Bedingt glaubhaft

Ein kurzer Überblick und unsere Bewertung der bisher bekannten Informationen zum Strache-Gudenus-Ibiza-Video. Ein Artikel den auch Österreicher lesen. Schreiben Sie uns Ihre Ansichten.

Liebe Österreicher,

wir fühlen mit Euch, denn hier in Deutschland ist auch nicht alles klar, wie diese Ibiza-Sache genau lief. Vorsorglich hat unser Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble von der regierenden CDU/CSU angemerkt, dass es eine Geheimdienstaktion gewesen sein könnte. Darüber zerbrechen wir uns nicht einmal den Kopf, irgendjemand mit Absichten dahinter hat dieses Video gedreht. Viele Reverse-Denker werfen auch schon in die Debatte ein, dass es sich um ein selbst angefertigtes Video handeln könnte, um den eigenen Märtyrer-Status zu verstärken, eine besondere Form der Kundenbindung. Größere Sorgen bereitet uns die Rolle der Öffentlich-Rechtlichen, der privaten Medienhäuser, deren Produkte Spiegel und Süddeutsche Zeitung heissen. Die Fragen sind allgemein bekannt, wer war es, wozu, wer hat etwas davon, warum jetzt und wieso so kurzfristig. Uns beschäftigt primär die Frage, wie man so dreist auftreten kann, hier sind ein mittelmässiger Spassmoderator und ein vorgeschickter Redakteur vom Spiegel zu nennen. Wir wollten eigentlich niemals über den Herrn Böhmermann schreiben, auf Grund von Irrelevanz seiner Darbietungen und seiner schöngezeichneten Bedeutung in Deutschland. Liebe Nachbarn, ihr müsst wissen, wir können uns aus systemischen Gründen noch nicht gegen die Besetzungen wehren, müssen es akzeptieren, dass gerade er als „Comedian der Nation“, als „First Son des Ulks“ ausgewählt wurde, lachen kann schon lange keiner mehr darüber. Besonders übel sind vielen Leuten die Koketterie des „Eingeweihtseins“ aufgestossen, diese billigen Hinweise vor der Ibiza-Veröffentlichung, die dummdreisten Aussagen bei Euch in Österreich bei einer Preisverleihung. Die juristische Stotterei, der Manager sagte es wurde herangetragen, aber gekauft wurde es nicht, von wem herangetragen, bleibt auch des Comedians Geheimnis, er lässt nur über sein Management sprechen, wahrscheinlich hat er auch eine eigene Presseabteilung mit Rechtsexperten, wird ja bezahlt vom Zwang. Auch das löchrige Verteidigungsschild des Spiegel-Redakteurs bei Anne Will. Alles juristisch gebriefte Aussagen, nicht einmal daran zu denken, dass der Zuschauer sich etwas herabgesetzt fühlen könnte durch diese ex-cathedra-Erklärungen, dem Nicken, dem Suggerieren, der Spiegel habe das alle richtig geprüft, nur Antworten darauf, wie „es“ geprüft wurde kann man dem „dummen“ Publikum nicht zumuten, dito SZ. Heute, mitte der KW 21 überschlagen sich die Lobpreisungen von Zeitungskollegen, anderen Meinungsmotoren einhellig darin, dass diese Sache ein Coup wäre, ein Printprodukt hätte das „aufgedeckt“, sowas hätte es noch nie gegeben, in diesem Tenor wurde kolportiert. Selbst der Deutschlandfunk ist auf diese Bewertung hereingefallen. Wir sehen es etwas anders, und deswegen schreiben wir auch ausnahmsweise mal ein Datum in den Artikel, es wird die Wahrheit rauskommen, dann lesen wir, wer und wann am Nächsten dran war. Unsere Version lautet so:

Besonders ausgefuchste Märtyrer-Konstruktion, abgezielt auf die unsicheren Wähler mit Vorbehalten gegen die aktuelle demokratische Arbeitsweise. Nun wird der russische Milliardär ins Spiel gebracht, sich als Einzelkind erklärend und ohne Nichten auf der weiten Welt weilend. Hätte wirklich mal jemand überprüfen können, sogar auf Billighandy mit Wucher-Prepaid-Internet geht das, einfach DUCKDUCKGo oder eine mitlesende Suchmaschine benutzen. Der Herr Makarov, sehr reich, mit vielen Verbindungen, sicher auch zu schlecht bezahlten östlichen Geheimdiensten, will nun die Verfasser „jagen“, die Wortwahl ist in streng-konservativen oder konservativ-orthodox-nationalen Kreisen en vogue. Es könnte ein Ergebnis bereits vorliegen, in dem man eine Person oder Gruppe der Tat bezichtigt, mit Beweisen oder keinen, der oder die explizite Gegner aller Rechtsnationalen sein könnten. Dadurch wird sofort der Wert aller Gegenargumente und künftigen Argumente oder sogar der Beweise in Mitleidenschaft gezogen, die noch in anderen Zusammenhängen zu Tage gefördert werden können. Es würde ein Totschlagargument erschaffen, das viele Jahre halten kann, sollten die tatsächlichen Zusammenhänge nicht aufgedeckt werden. Und dann Schäubles Geheimdienst-Einwurf aus dem Nichts. Wenn Geheimdienst, dann sicher nicht der Österreichische. Diesem misstrauen zwischenzeitlich andere Dienste, eben wegen dieser informellen Macht der Rechten, nach dem Vernehmen, möchten die deutschen Dienste ungern Daten weitergeben, weil sie sich nicht sicher sein können, ob die Rechten in Österreich auf diese Informationen zugang haben, und diese natürlich politisch nutzen, besonders gerne gegen „Andersdenkende“. Genau so darf es nicht laufen. Wenn Dienste mit im Spiel waren, dann lief es eher über Ringtausch, eine Liste der Länder zu nennen wäre einfach aber spekulativ. Wir warten mal ab. Nur eines sollten wir sofort machen. Solange Böhmermann den geheimnisvollen Reiter spielt, so lange sollte er nicht mehr onAir sein, ebenso presserechtlich ist sein Gehabe fragwürdig. Sein Sender, der eigentlich „uns“, den Gebührenzahlenden gehört, stellt sich hinter ihn, ob die Bevölkerung will oder nicht. Bald kann er gar nicht mehr frei arbeiten, wenn ihm seine Haut lieb ist, und es scheint so, dann kann er sich nicht mehr in die Türkei, Russland, Österreich, östliche EU-Länder trauen. Geben Sie jungen Youtubern oder Science-Slammern den Sendeplatz, bis die Juristen das geklärt haben werden. Vielleicht auch bis Herr Makarov mit seinen Freunden weitere Schritte in Richtung Aufklärung gehen konnte. Nur eine Frage bleibt, wieso, wenn ein Geheimdienst, dem man regelmässig gute Informationsaustattung unterstellen kann, wieso geht solch ein Geheimdienst zum Böhmermann ? Eine Antwort, die alle in der Runde unterstützen kann lauten, dass dieser Geheimdienst nicht deutschsprachig ist, und zudem nicht weis, dass Böhmermann nichts mit Journalismus oder intelligenter Politsatire zu tun hat. Oder aber, das sagte uns eine Leserin sinngemäß, „die haben es dem Böhmermann gegeben, weil sie ihn loshaben wollen, ihm am Wenigsten nachgeweint werden würde“. Wenn es schief ginge, könnten sie ja schliesslich nicht die Lanz-Maischberger-Will-und-Co-Quotenmaschinen-Vorzeige-Mods rauswerfen. Klingt auch sehr symphatisch diese Denke. Wieso die SZ und der Spiegel sich darauf einliessen, kann nicht der Selbstverpflichtung zur Aufklärung zuzuschreiben sein, denn sie haben durch das Video mehr Fragen als Antworten produziert. Es ging nur um den schnöden Mammon, Quote, Zahlen und Preise. Wir zitieren den sicher im Himmel schimpfenden Wiglaf Droste: „Journalistenpreise sind wie Hämmorrhoriden, irgendwann bekommt sie jeder“, ihr hättet Euch also nicht so sehr anstrengen müssen mit Eurem „Coup“. Wir wünschen uns inständig, dass unsere Nachbarn der Sache ganz korrekt auf den Grund gehen, laden Sie Herrn Böhmermann mal ein, ob er Ihnen vielleicht sagen kann, was die Deutschen, sein Arbeitgeber und die Verfasser des Videos mit dieser ganzen Sache zu tun haben und woher er dieses Video hatte. Wir kommen uns genauso um die Wahrheit betrogen vor wie ihr. Von der Kunstfreiheit kann das nicht geschützt sein, oder können wir dann auch illegale Informationsbeschaffung betreiben, nur mit dem juritischen Kniff wie es Herr B. macht, nämlich einfach einen schlechten Witz oder billige Satire im Zusammenhang erzählen wie folgender ? „Und Böhmermann: du bist auf jeden Fall dran(n)“ (satirische Reimform, entspricht Kunst, keine Drohung, nicht justiziabel). Wenn Du die Infos von einem befreundeten Journalisten gesteckt bekamst weil er dich so toll und intellektuell elektrisierend findet, ist die geheimnisvolle Art und dein wissendes Getue nur eine Form von billigster Prahlerei. Wenn Du mehr wusstest oder Teil des Plans warst, dann müssten es die Juristen klären, mit allen berufsrechtlichen Folgen für deine Art Satire und der Weise, dich im gebührenfinanzierten TV aushalten zu lassen, diesmal dann doppelt auf unsere Kosten, aber letztmalig.